Review: Girlem: Wiedergeboren als Golem!? Monsterfriseurin in einer anderen Welt!

Ich konnte mich mit dem Dave nicht einigen wer dieses Buch rezensieren soll. Es gibt heute also zwei Reviews zum Preis von einer. Lest hier wie mir und Dave die Isekai-Light-Novel aus Österreich so gefallen hat.

Cover zur Isekai-Light-Novel Girlem: Wiedergeboren als Golem!? Monsterfriseurin in einer anderen Welt!
Cover der Novel Girlem: Wiedergeboren als Golem!? Monsterfriseurin in einer anderen Welt!

Offizielle Beschreibung

Hier erstmal das was der Verlag selbst über sein Buch schreibt:

Um das Blatt im Kampf von Gut gegen Böse zu wenden, spielt der Totenbeschwörer Arbogast seinen letzten Trumpf aus: Er beschwört eine Seele aus einer anderen Welt und versiegelt sie in dem Körper eines Golems. Zu seiner Enttäuschung ist diese keine erfahrene Kriegerin oder weise Magierin, die seine Feinde in die Flucht schlagen kann. Lieselotte ist Hundefriseurin und ihr neuer Golemkörper hindert sie nicht daran, ihrem Beruf weiter nachzugehen. Im Dungeon wird gebürstet, geschnitten und gefährliche Monster entdecken ihre unbekannte, putzige Seite.

– offizielle Beschreibung des Buches von Littera Magia

Allgemeine Informationen

  • Girlem Hardcover Front

    Vorderseite zur Isekai-Light-Novel Girlem: Wiedergeboren als Golem!? Monsterfriseurin in einer anderen Welt!Vorderseite des Hardcovers zu Girlem: Wiedergeboren als Golem!? Monsterfriseurin in einer anderen Welt!
  • Girlem Hardcover Autorgramm

    Isekai-Light-Novel Girlem: Wiedergeboren als Golem!? Monsterfriseurin in einer anderen Welt! Autogramm der Autorin im Innenteil Die Hardcover enthalten ein süßes Autogramm der Autorin und eine kleine Widmung.
  • Girlem Hardcover Rückseite

    Rückseite Isekai-Light-Novel Girlem: Wiedergeboren als Golem!? Monsterfriseurin in einer anderen Welt! Rückseite des Hardcovers zu Girlem: Wiedergeboren als Golem!? Monsterfriseurin in einer anderen Welt!

In diesem Review geht es um Girlem: Wiedergeboren als Golem!? Monsterfriseurin in einer anderen Welt! (kurz: Girlem) Wie man sich am Titel vielleicht schon denken kann handelt es sich dabei (mal wieder) um eine Isekai Light Novel. Wir im Dungeon lieben einfach Isekai. In diesem Fall aber mit einer kleinen Besonderheit. Das Buch stammt nicht wie für Light Novels üblich aus Japan sondern aus Österreich.

Erschienen ist Girlem beim österreichischen Verlag Littera Magia und geschrieben wurde das Buch von der „Verlagsmama“ Martina Kald. Die Illustrationen für das Cover wurden von Rebis beigesteuert. Weitere Innenillustrationen gibt es nicht, wenn man von den kleinen Bildchen absieht. Für das Korrektorat zeichnet Julia K. Hilgenberg verantwortlich, während das Lektorat von Sarah Stoffers übernommen wurde.
Werfen wir doch zuerst mal einen genauen Blick auf das Buch. Girlem ist bisher nur als Hardcover erschienen, es sollen aber später ein Softcover, sowie ein E-Book erscheinen. Für dieses Review haben ich und Dave uns daher die Hardcover-Version des Buches geschnappt.

Meinung Stefan:

ich habe mich ja schon wirklich sehr auf das Erscheinen dieses Buches gefreut. Jeder der schon mal mit mir geredet hat weiß, dass ich eine kleine Vorliebe für Außergewöhnliches habe. Man erinnere sich an den wunderbaren Isekai „Reborn as a Vending Machine, Now I Wander the Dungeon“, in dem der Protagonist als Verkaufsautomat wiedergeboren wurde. Martina hatte mich schon am Haken als sie damals von dem Buch erzählt hat. Eine Hundefrisörin, die als Golem wiedererweckt (oder eher beschworen) wird und dann Monster frisiert.

Als ich das ganze dann endlich per Post zugestellt bekam, habe ich mich auf das Buch gestürzt. Das Buch kommt als hochwertiges Hardcover daher. Es wird von einem schönen Cover verziert und macht einen guten Eindruck. Schlägt man das Buch auf findet man ein kleines Dankeschön der Autorin vor. Ein Bild meiner Ausgabe hatte ich euch ja bereits oben gezeigt.

Das Buch selbst macht vom Äußeren her auch einen schönen Eindruck. Sehr gut gefällt mir hier, dass wieder auf schönes, weißes, mattes Papier gesetzt wurde und nicht wie bei der Anthologie „Vergraben“ auf das günstigere Hochglanzpapier ausgewichen werden musste, damit es nicht zu teuer wird. Das macht das Ganze schon wieder viel wertiger.
Eine kleine Sache hat mich am Hardcover dann irgendwie doch gestört. Ich kann allerdings nicht sagen, ob ich einfach komisch bin oder ich einfach zu wenig Hardcover in der Hand hatte um das zu wissen. Lasst mich euch zeigen was ich meine:

  • Girlem aufklappen 1

    Ich habe hier die Girlem LN aufgeschlagen, leider lässt sich diese nicht ganz öffnen Am Anfang kann man das Hardcover wegen einer Klebung im Innenteil nicht ganz aufklappen, was ich beim lesen der ersten Seiten schon etwas störte. Vielleicht bin ich aber auch einfach keine Hardcover gewohnt? Ich hätte mir gewünscht man hätte die Seiten etwas weiter aufschlagen können, wie es bei anderen Hardcovern auch geht.
  • Girlem Hardcover aufklappen 2

    Ich habe hier die Girlem LN aufgeschlagen, leider lässt sich diese nicht ganz öffnen Auf diesem Bild sieht man auch warum das so ist. Dies ist die aufgeklappte Ansicht von Unten. Wegen dem Falz den ihr dort sehen könnt kann man das Buch nicht weit genug aufklappen. Den Falz "schmaler" knicken ist auch keine Option, da der Einband beim Falz mit der ersten Seite verklebt ist und man das Buch beschädigen würde.

Auf diesem Bild hier seht ihr diesen Knick den das Buch hier hat? Dieser sorgt dafür, dass man die ersten paar Seiten nicht so ganz aufschlagen kann. Nichts was den Lesespaß in irgendeiner Weise beeinflusst, aber irgendwie liegt das Buch etwas komisch „in der Hand“, weil man links mehr Abstand zum Einband hat als rechts. Lustigerweise ist das „Problem“ nicht vorhanden, wenn man das Buch von hinten aufschlägt. Aber mal genug zum Einband. Widmen wir uns dem Inhalt.

Die Autorin hat in diesem Buch ganze Arbeit geleistet was die Comedy angeht. Man merkt dem Buch wirklich an, dass sie selbst ein Fan des Genre ist und daher natürlich auch mit einigen seiner Marotten umzugehen weiß. Die Comedy traf für mich ins Schwarze und ich habe mich sehr über die ein oder andere „westliche“ Referenz amüsiert und hatte wirklich Spaß beim Lesen.

Auch die beiden Hauptfiguren Arbogast und die (ehemalige) Hundefrisörin und nun Girlem Lieselotte haben eine interessante Dynamik. Arbogast ist ein bisschen illusorisch und vielleicht auch naiv, aber irgendwie ist er mir ans Herz gewachsen. Trotz der Umstände finden die beiden irgendwie zueinander. Ich schreibe hier bewusst „irgendwie“, weil mir beim Lesen nicht so ganz klar geworden ist, wie die beiden so schnell doch so gute Freunde wurden. Es kam mir alles etwas schnell vor. Die beiden Hauptfiguren gefielen mir ansonsten gut.

Die restlichen Figuren waren auch in Ordnung und bieten eine ordentliche Ergänzung. Nichts Außergewöhnliches, aber alle haben ihre Eigenheiten. Da stört es auch so gar nicht, dass der Dungeon in dem unsere Geschichte eher eine Kulisse bleibt und das Worldbuilding etwas zu kurz kommt. Das ist aber so ein generelles Problem, das ich mit so kurzen Büchern habe. Allerdings hätte es statt eines Dungeons fast auch eine normale Stadt sein können. Außer das Monster nicht in der Stadt leben. Vielleicht reicht das auch als Begründung?

Auch die Rahmenhandlung des Buches ist für mich schon fast ein Beiwerk. Die Geschichte rund um den neuen Obermotz ist in Ordnung, aber auch nicht das höchste der Gefühle. Aber bei einem Comedy-Isekai mit Slice of Life Elementen geht eine solche Rahmenhandlung vollkommen in Ordnung. Hier wird der Witz und das Alltägliche in den Mittelpunkt gerückt und mit etwas Romantik gemischt und diese Mischung funktioniert sehr gut.

Kommen wir noch zu den Dingen, die man verbessern könnte. Ihr erinnert euch sicher, dass das Buch den Untertitel „Monsterfriseurin in einer anderen Welt“ trägt und Martina gibt ja als „Ideengeber“ diese Hunde-Frisier-Videos an, die man auf verschiedenen Social-Media-Seiten sehen kann. Dafür, dass das Buch die Monsterfriseurin so zentral in den Titel stellt werden erstaunlich wenig Monster bzw. Hunde frisiert. Unsere Protagonistin frisiert im Laufe des Buches einen Hund und eine Art Höllenhund. Das wars dann auch schon. Ich hätte mir irgendwie mehr von diesem Element gewünscht, aber wegen der Kürze war das wohl nicht so möglich.

Wo wir beim Frisieren von Monstern sind: Dieses Buch hätte sicher noch einige Illustrationen vertragen können. Ich meine wie klasse wäre es gewesen so eine Art „Vorher, Nachher“ von den frisierten Hunden bzw. Monstern zu bekommen. Ich meine wer mag keine süß frisierten Hunde/Monster? Auch als Manga hätte die Geschichte sicher sehr gut funktioniert.

Ansonsten kann ich noch meinem Kollegen Dave beipflichten was das „Fit and Finish“ des Buches angeht. In den uns vorliegenden Hardcovern waren es einfach für meinen Geschmack zu viele Rechtschreibfehler, vor allem bei einem doch so kurzen Buch. Hier und da mal einen Schnitzer zu haben, das kennen wir ja auch von anderen Verlagen (*hust* altraverse *hust*). Aber dort sind es längere Bücher und die Fehler weniger zahlreich. Ich hoffe, dass sich das in Zukunft bessert. Es wirft nur leider kein so tolles Licht auf den Verlag. Ich habe natürlich alle Fehler, die mir aufgefallen sind an die Autorin weitergegeben. Sie versicherte mir, dass die Fehler bis zum Release des E-Books und des Softcovers behoben sein werden.

Meinung Dave:

Isekai haben ja oft die Eigenheit ins Lächerliche zu gehen. Das hat auch Autorin Martina Kald verstanden und dem Genre alle Ehre gemacht. Bei Girlem handelt es sich um eine witzige Isekai Parodie die sämtliche Klischees, ob nun aufs Korn genommen oder für bare Münze, auf eine eigene Weise zu verarbeiten weiß. Hauptfigur ist Hundefrisörin Lieselotte, die nun durch eine unfreiwillige Beförderung in einer anderen Welt mithelfen darf Monster ein klein wenig niedlicher zu machen. Dabei sollte klar sein, dass das Buch sich selbst nicht sonderlich ernst nimmt, soweit, dass sogar die Charakternamen absolut lächerlich sind (Lieselotte?). Aber ich denke die Erfahrung sollte jeder für sich selbst machen.

Abgesehen von der Comedy hat dieses Buch jedoch auch ein schönes Dungeonkonzept, dass sowohl ernsten Fantasy-Fans aber auch denen gefallen wird, die nur hier für einen Lacher sind. Auch von Seiten der Charaktere sah alles ganz ordentlich aus, und Lieselotte und Arbogast bilden ein witziges Duo. Schade nur, dass Arbogast in diesem Band ein wenig zu kurz kommt, denn seine Einführung war einfach Extra-Klasse. Generell kann man sagen, dieses Buch hätte noch ein wenig mehr Luft vertragen, dann wäre das „emotionale Finale“ etwas weniger erzwungen geworden. Und ansonsten kann ich mich leider dem „irgendwie“ anschließen, mit dem Stefan die Beziehung von Lieselotte und Arbogast beschrieben hat.

Trotzdem hat mir dieses Buch viel Freude bereitet und irgendwie hänge ich trotzdem mittlerweile ein klein wenig an Arbogast und Lieselotte (Arbolotte? Liesegast?), von dem her freue ich mich darauf, dass ein Sequel über Arbogast bereits in Arbeit ist.

Das größte Manko dieses Buches ist leider die Gestaltung. Denn dieses Buch hätte man noch einmal gründlich überarbeiten müssen. Beim Lesen muss man sich leider über häufige Rechtschreib-, Zeichen- oder Grammatikfehler nicht wundern, das gesamte Repertoire eben. Auch in der Formatierung wurde leider eines der Zwischenkapitel übersehen.
Dafür allerdings sieht das Hardcover einfach hübsch im Regal aus. Für ca. 130 Seiten mit einer sexy Girlem-Illustration des Künstlers Rebis auf dem Cover sind die 12,50€ für die limitierte Edition ein angemessener Preis. Leider lassen sowohl das Softcover als auch das eBook bisher auf sich warten.

Fazit David:

Dungeons, Dämonenkönige, eine andere Welt und eine Hauptfigur die mit ihren Bürsten (badumm-tss) umzugehen weiß: Für alle, die Isekai nicht abgeneigt sind ist dieses Buch definitiv das Geld wert. Girlem ist schöner Abendfüller der euch ein Dauerschmunzeln und den ein oder anderen Lacher beschert.

Fazit Stefan:

Ich habe ja schon irgendwie zu viel über dieses Buch geschrieben. Insgesamt hatte ich schon Spaß mit dem Buch. Die Charaktere sind lustig, der zeitgemäße, ins Genre passende Humor weiß zu überzeugen und die Autorin beweist, dass sie selber nicht nur einen sondern viele Isekai als Leserin beäugt hat. Die ein oder andere lustige popkulturelle Referenz kann man im Buch auch finden. Ich hatte insgesamt eine gute Zeit mit dem Buch, weil der Humor genau meinen Geschmack trifft.

Das Hardcover ist (bzw. war, da es jetzt erstmal vergriffen ist) mit 12,50€ preislich in Ordnung. Bei Yen Press erhält bei King of the Labyrinth für $20 180 Seiten in einem etwas hochwertigeren Hardcover. Der Vergleich ist aber etwas gemein, da Yen Press natürlich ein wesentlich größerer Verlag ist.

Ich kann selbst das Hardcover nur bedingt empfehlen, da die Probleme bei der Rechtschreibung schon weh tun. Da wird das Softcover bzw. E-Book hoffentlich besser. Auch der Preis sollte für diese Versionen niedriger sein. Mein Rat wäre daher, vor allem da auch das Hardcover nur begrenzt erhältlich ist, auf die Softcover bzw. E-Book-Version des Buches zu warten. Für einen anständigen Preis kann man dann einen lustigen Abend verbringen. Ich würde euch ja gerne einen Link zu diesem Fassungen anbieten, aber die kommen zu späterer Zeit heraus. Ihr könnt dem Verlag Littera Magia auf den Sozialen Medien folgen um den Release nicht zu verpassen.


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