Review: Reincarnated as the Last of My Kind – Band 01

Diese Review beinhaltet Erwähnungen von Pädophilie und sexuellem Missbrauch bzw. Zwangsprostitution von Minderjährigen.
Cover des Bandes 1 von Reincarnated as the Last of My Kind. Man sieht ein junges Mädchen blonden Haaren das in einem Topf rührt, hinter ihr ein flauschiger Fuchs mit mehreren Schwänzen
Cover zum Band 1 von „Reincarnated as the Last of My Kind“
Japanischer Titel: 転生したら絶滅寸前の希少種族でした。
Englischer Titel: Reincarnated as the Last of My Kind
Story: Kiri Komori
Illustrationen: Yamigo
Übersetzung: Roman Lempert

Offizielle Beschreibung:

Eines Nachts werde ich von einem Fahrrad überfahren und ehe ich mich versehe, bin ich ein Baby?!

In einer anderen Welt voller Menschen, Halb-Menschen und mystischen Kreaturen wiedergeboren zu werden, war mal so gar nicht, was ich von meinem Leben erwartet habe. Vor allem habe ich nicht erwartet von einem Wolf gefunden und an einen einarmigen ehemaligen Ritter abgegeben zu werden! Jetzt versuche ich mich zu revanchieren, indem ich in mit seinem Gasthaus helfe und seinen Arm mittels Alchemie heile. Aber je mehr Zeit vergeht, desto klarer wird mir, dass ich kein Mensch zu sein scheine …

– Übersetzung der offiziellen englischen Beschreibung von CrossInfinite World

Ich habe dieses Buch nicht gelesen … sondern gehört

Eventuell habt ihr bereits meinen kleinen Blog-Eintrag von vor ein paar Wochen gesehen, in dem es um Light Novel Hörbücher geht. Ein absolutes Novum für mich und den Dungeon. Reincarnated as the Last of My Kind war das erste Light Novel Hörbuch, dass ich überhaupt gehört habe. Dementsprechend wurde meine Erfahrung mit dem Buch ein klein wenig geprägt von der Tatsache, dass ich es gehört habe, anstatt es zu lesen. Ich werde jetzt nicht im Detail darauf eingehen, wie es war ein Light Novel Hörbuch zu hören, dafür könnt ihr gerne meinen Blog-Eintrag lesen. Stattdessen soll das ganz wie gewohnt eine Rezension werden, wie ich schon viele geschrieben habe.

Meine Meinung:

Erzählt wird das Buch abwechselnd aus der Perspektive von Hauptfigur Tina und in kürzeren Kapiteln von ihrem Adoptivvater Marcus. Da das Buch eine klassische Reinkarnationsgeschichte ist, springt es gerne in der Zeit voraus. Wir beginnen als Tina noch ein Säugling ist, und zum Ende des ersten Bandes ist sie 6 Jahre alt. Dabei beschreibt jedes Kapitel lediglich eine einzelne Vignette ihres Lebens, etwa wie sie von Marcus aufgenommen wurde, wie sie zur Alchemie kommt, oder auch einfach, wie sie einem Pärchen bei deren Verlobung hilft.

Was ich bei der offiziellen Beschreibung eher nicht erwartet habe, ist wie sehr diese Light Novel sich ins Slice of Life lehnt. Tatsächlich ist man am Ende dieses ersten Bandes kein bisschen schlauer, was die eigentliche Identität der Protagonistin angeht. Der erste Band fokussiert sich hauptsächlich darauf, wie Tina versucht sich bei ihrem Adoptivvater zu revanchieren. Sie hat wohl noch nicht ganz kapiert, dass das Wort „Adoptivvater“ immer noch „Vater“ beinhaltet.

Der erste Band ist purstes Slice-of-Life, in dem Tina ihre Begabung für Magie und somit Alchemie entdeckt. Also bereitet euch darauf vor, dass große Teile des Buches Tina und ihre Freunde dabei zu verfolgen, wie sie Zutaten sammeln und Tränke brauen. Alles damit Tina sich für die Leute und ihre Umgebung nützlich machen kann. Schließlich ist sie als 4-jähriges Mädchen (Achtung Sarkasmus) allen so ein unfassbarer Klotz am Bein und irgendwie muss ihre „Schuld“ bei ihrem Vater begleichen. Schließlich hat sich ihr Vater doch soviel Arbeit dabei einbrockt, als er aus eigenem Willen beschlossen hat sie zu adoptieren. (Sarkasmus Ende.)

Ihr seht schon worauf ich hinaus will. Wenn es eine Sache gab, die ich an dem Buch absolut irritierend fand, dann war es Tinas Beharrlichkeit den Leuten um sie herum irgendeinen Dienst zu erweisen. Ich denke es ist ein sehr markanter Charakterzug für eine Light Novel Protagonistin. Allerdings war dieser nicht einmal notwendig, um die Handlung des Buches voranzutreiben. Ich würde sogar sagen, dass dieser Charakterzug dem Buch und Tinas Charakterisierung nicht gutgetan hat. Wenn Tinas Opa im Sterben liegt, dann sollte ihre Motivation sein, dass sie ihn retten will, weil sie ihn liebt und nicht, weil sie ihrem Vater was schuldig ist, verdammt noch eins!

Abseits von Tina wäre da natürlich noch ihr Vater Marcus, den ich überaus gut geschrieben und realistisch fand. Er ist vom Krieg gezeichnet, wurde durch diesen von seiner Frau und leiblichen Tochter distanziert, bis diese ihn verließen. Dementsprechend spielt die Scheidung seiner Ehefrau und sein Versagen gegenüber seiner Tochter eine wichtige Rolle für seinen Charakter. In dieser Hinsicht ist er eine Art von Charakter, den ich so aus Light Novels noch nicht kenne. Seine Kapitel sind zum Glück nicht einfach nur Tinas Geschichte aus einer anderen Perspektive. Er trägt viel in Sachen Worldbuilding bei, da er als erwachsener Mann und ehemaliger Ritter mehr über die Welt und dessen politische Situation weiß als Tina.

Und das war einer der wirklich positiven Aspekte dieses Buches: Das World-Building.

Durch die verschiedenen Charaktere bekommt man tröpfchenweise Informationen über die Welt von Tina und Marcus zugetragen und nicht als einen gigantischen Infodump. Dadurch wirkt die Welt so, als hätten die Charaktere wirklich darin gelebt und ich glaube es wird sehr zufriedenstellend werden, wenn diese Aspekte der Geschichte in späteren Bänden zurückkommen. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass diese Light Novel Reihe den Leser belohnen wird, wenn er am Ball bleibt.

Der größte Minuspunkt war definitiv der seeehr anstrengende Anfang. Ich kann es ehrlich gesagt kaum glauben, dass es Leute gibt, die sagen diese Novel wäre auch für jüngere Leser geeignet. Bevor Marcus Tina aufnimmt, wird sie von ein paar Banditen aufgegabelt, die sie zunächst sehr grob behandeln und vorschlagen sie zu vergewaltigen und/oder als Sex-Sklavin großzuziehen. Leider beinhaltet die Novel auch im späteren Verlauf einige seltsame „Witze“, die aus dem Vorschlag bestehen Leuten Tinas Badewasser zum Trinken zu geben, damit diese etwas von ihrer Intelligenz abbekommen. Ich persönlich fand das einfach nur ekelhaft, unlustig und unangebracht und die Tatsache, dass ich das alles im Rahmen des Hörbuchs ausgesprochen hören musste, hat alles nur noch schlimmer gemacht.

Außerdem war es sehr offensichtlich, dass diese Novel nicht von einer Frau geschrieben wurde, denn nicht nur wird Tina andauernd gesagt, dass sie irgendwann mal eine gute Ehefrau werden würde, sie hofft auch noch, dass diese Kommentare aufhören, wenn sie älter wird. Und ich denke, jeder der mal mit einer Frau gesprochen hat, weiß, dass diese Kommentare nichts mit dem Alter zu tun haben.

Fazit:

Auch wenn der erste Band hauptsächlich aus Slice of Life besteht, hoffe ich, dass sich die Geduld in den späteren Bänden auszahlt. Gerade den Start empfand ich zwar als sehr anstrengend, gespickt mit einigen Pädo-Witzen, hinter denen sich jedoch gut geschriebene Charaktere und eine gute Grundlage für eine spannende Fantasy-Welt befinden. Ich für meinen Teil bleibe vorerst mit den Hörbüchern am Ball.

Reincarnated as the Last of My Kind Band 1 ist als E-Book für $7,99, als Taschenbuch für $14,99 und als Hardcover für $23,99 bei Cross Infinite World erschienen. Für die Review habe ich mir das Hörbuch angehört, dass es bei Audible für $29,99 gibt, bzw. für 10€ mit einem Audible-Abo.


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