Impress Quick Books Reviews

Ein Bild mit allen drei Covern der Novella von Impress Quick Books: Alice's Tale Link, in der Mitte Whether it Rains or Shines Tomorrow und rechts The Akiba Labyrinth
Ein Bild mit allen drei Covern der Novella von Impress Quick Books: Alice’s Tale Link, in der Mitte Whether it Rains or Shines Tomorrow und rechts The Akiba Labyrinth
Inhaltsverzeichnis

Heute habe ich für euch nicht nur ein Buch, sondern gleich drei. Alle drei sind „Light Novellas“. Dies sind Light Novels, die besonders kurz ausfallen. Sie stammen sie aus einer Kollaboration des japanischen Publishers Impress Quick Books und dem Übersetzungsportal conyac.cc. In einem Übersetzer-Wettbewerb wurden dann die besten drei Übersetzungen von Light Novella ausgewählt und herausgebracht. Interessant hierbei ist, dass es immer Teams aus zwei Übersetzern waren, die zusammen an der Übersetzung arbeiteten. Erfahrt mehr dazu in diesen Reviews.

Ich möchte euch also diese drei Novella kurz vorstellen:

  •  1. Platz: Alice’s Tale
  • 2. Platz: Whether it Rains or Shines Tomorrow
  • 3. Platz: The Akiba Labyrinth – A Little Trip with my Little Big

Alice’s Tale

Das Cover von Alice's Tale von Impress Quick Books
Das Cover von Alice’s Tale von Impress Quick Books
Englischer Titel: Alice’s Tale
Story: Tadanori Kurashita
Illustrationen: Poyoyon Rock
Cover-Design: CreatorStudiosTYPE-4
Übersetzung: Braden Noyes, Mami Suzuki
Editing: Hirona Suzuki

Offizielle Beschreibung (Alice’s Tale)

Hier zuerst einmal die offizielle Beschreibung zu Alice’s Tale in einer deutschen Übersetzung:

Offiziell handle ich mit Aktien. Mein Partner, eine hochentwickelte K.I. namens Alice, und ich beobachten das aktuelle Geschehen und wühlen uns durch die Nachrichten um Informationen zu finden, die weiter reichen, als die offzielle Version einer Geschichte. Ich hatte mein Auge schon eine Weile auf einer bestimmten Marke und wir folgen ihr sehr genau. Ich dachte die Dinge laufen wie geschmiert, allerdings… Eines Tages, als ich gerade mein Zimmer verlassen wollte, hatte ich das seltsame Gefühl jemand würde mich beobachten. Als ich mich umdrehte, sah ich das Alice‘ Hologramm immer noch aktiv war. Normalerweise schaltet sie sich selbst immer ab noch bevor ich überhaupt bei der Tür bin … Aber heute steht sie einfach da und starrt mich aufmerksam an.

– Deutsche Übersetzung der offiziellen englischen Beschreibung von Impress Quick Books

Meine Meinung (Alice’s Tale)

In diesem Buch erwartet uns ein klein wenig Science-Fiction. Wir sehen in eine nicht allzu ferne Zukunft, in der Maschinen und künstliche Intelligenz den Menschen viel Arbeit abnehmen. Ihr wisst schon selbstfahrende Autos, automatisierter Markt usw. In diesem Buch, das in der ersten Person erzählt wird, folgen wir einem namenlosen Protagonisten und seiner künstlichen Intelligenz (KI) Alice. Zusammen und mithilfe von Alice hält unser Protagonist ein Auge auf den Aktienmarkt und versucht dabei einen Profit für sich heraus zu schlagen.

Im Grunde ist das auch alles was ich euch wirklich zur Story des Buches sagen kann ohne wirklich etwas zu spoilern. Wir erhalten im Buch einen Einblick in das tägliche Leben des Protagonisten und erfahren wie genau er den Markt beobachtet um einen Profit aus den steigenden oder fallenden Kursen zu schlagen. Anders als in unserer Welt kann der Aktienmarkt hier nämlich sehr schnell abstürzen…

Aufgrund der sehr geringen Länge werden leider viele der eigentlich interessanten Konzepte nur kurz umrissen, um einen Rahmen für die Geschichte zu haben. Wie der Markt in dieser nicht allzu-fernen Zukunft funktioniert wirft für mich schon ein paar Fragen auf und ist irgendwie auch von der Realität inspiriert. Denn schon heute entscheiden Broker mithile von KI-Analysen und Trends was sie machen. Was genau würde denn passieren, wenn KI immer mehr einen Einfluss auf unser Leben nehmen würde und uns in ein Wattekissen packt? Eine Frage die leider nicht beantwortet wird, zumindest nicht sehr ausführlich.

Die Geschichte ist insgesamt eher unaufgeregt man könnte fast sagen langweilig, wenn einen das ganze Aktien-Zeug nicht interessiert. An seinem Spannungshöhepunkt, weiß das Buch mit einem kleinen Wink in Richtung einer bestimmten Internet-Subkultur aber doch zu gefallen. Das Ende ist für meinen Geschmack allerdings etwas zu abrupt, auch wenn sich alles ein wenig in Wohlgefallen auflöst. Ein paar mehr Seiten hätten dem Buch sicher zu einem etwas runderen Gesamteindruck verholfen.

Whether it Rains or Shines Tomorrow

Das Cover von Whether it Rains or Shines Tomorrow von Impress Quick Books
Das Cover von Whether it Rains or Shines Tomorrow von Impress Quick Books
Englischer Titel: Whether it Rains or Shines Tomorrow
Story: Madoka Harumi
Illustrationen: Nacht
Cover-Design: Himawari
Übersetzung: Chelsea Inaba, Yoshino Kazuki
Editing: Hirona Suzuki

Offizielle Beschreibung (Whether it Rains or Shines Tomorrow)

Auch hier die offizielle Beschreibung zu Whether it Rains or Shines Tomorrow in einer deutschen Übersetzung:

Als Itsuko im Krankenzimmer der Schule aufwachte, nachdem sie wegen ihrer Sonnen-Allergie in Ohnmacht gefallen ist, ist es niemand anderes als ihr beliebter Klassenkamerad Miyano der über sie wacht. „Wenn du dich besser fühlst … Willst du übermorgen mit mir zum Sommer-Festival gehen?“ Leicht nostalgisch und mysteriös, dies ist eine Geschichte purer Liebe für junge Erwachsene.

– Deutsche Übersetzung der offiziellen englischen Beschreibung von Impress Quick Books

Meine Meinung (Whether it Rains or Shines Tomorrow)

Zunächst einmal ein bisschen was zum Buch selbst. Passend zu den ganzen Umständen der Entstehung des Buches ist am Anfang des Buches ein kleines Glossar, das dem Leser ein paar typisch japanische Dinge erläutern. Das Buch eignet sich sicher auch sehr gut für Leute, die noch nicht so bewandert mit der japanischen Kultur sind. Im Übrigen ist Rain or Shine auch eine englische Redensart, die soviel bedeutet wie „egal was passiert“. Das passt sehr gut zum Buch.

Die Beschreibung gibt diesmal nicht allzu viel her, daher lasst mich das Ganze etwas ausführen. Wie in der Beschreibung angegeben leidet die Mittelschülerin Itsuko an einer Sonnen-Allergie. Das hat für sie zur Folge, dass sie umkippt, wenn sie sich zu lange ungeschützt der Sonne aussetzt, allerdings ist diese Krankheit noch lang nicht so gefährlich wie die Mondscheinkrankheit bekannt aus You Shine in the Moonlight. Es ist vor allem unangenehm für sie. Es hat auch Auswirkungen auf ihr Sozialleben, am Sportunterricht und der Marching-Band kann sie nicht teilnehmen.

Als sie an einem Tag mal wieder umkippt wird sie von Takeshi Miyano ins Krankenzimmer gebracht. Er ist wohl das, was man als „beliebt“ bezeichnen würde. Seine Mitschüler, Männer wie Frauen, verehren ihn, er ist gut in Sport und hat gute Noten. Itsuko bezeichnet ihn allerdings als Anführer einer Affenherde, was irgendwie amüsant ist. Scheinbar hat er mitbekommen wie Itsuko umgekippt ist und sie weggebracht. Er ist aber geblieben um über sie zu wachen, weil die Krankenschwester der Schule weg musste.

Als Itsuko also aufwachte sieht sie sich ihrem beliebten Mitschüler gegenüber. Zu ihrer Verwirrung fragt Takeshi sie, ob sie mit ihm gemeinsam auf das kommende Sommer-Festival gehen möchte. Aber wieso sollte einer wie er, der so beliebt auf der Schule ist, mit ihr auf solch ein wichtiges Fest gehen? Wenn zwei Menschen zusammen auf das Festival gehen, könnte man sie fast als Paar bezeichnen!? Die beiden haben allerdings kaum ein Wort in der Klasse gewechselt. Sie traut dem Braten daher nicht und denkt er lügt sie an oder spielt ein faules Spiel mit ihr. Dabei versichert er ihr, dass er ernst meint … Er hat auch seine Gründe, warum er gerade sie fragt.

Das Buch als gesamtes kommt ziemlich stereotypisch und klischeehaft daher. Abgesehen von Itsukos Krankheit natürlich. Ansonsten haben wir hier alles was man in einer Romanze so erwarten kann mit zwei Liebenden, die einander erst einmal finden müssen. Das Buch ist jetzt nichts, was ich als „weltbewegend“ bezeichen würde, aber irgendwie ist das Ganze doch sehr süß geschrieben und einfach sehr bodenständig. Ein bisschen kitschig ist es aber auch. Die beiden finden über den Verlauf des Buches zusammen, auch wenn die Umstände unter denen es passiert eher banal erscheinen. Aber ich will hier gar nicht so viel mehr spoilern.

The Akiba Labyrinth – A Little Trip with my Little Big

Das Cover von The Akiba Labyrinth - A Little Trip with my Little Big von Impress Quick Books
Das Cover von The Akiba Labyrinth – A Little Trip with my Little Big von Impress Quick Books
Englischer Titel: The Akiba Labyrinth – A Little Trip with my Little Big
Story: Maho
Illustrationen: Chiwawa Iwasaki
Cover-Design: CreatorStudiosTYPE-4
Übersetzung: Dawn Croft, Susumu Fukuhara
Editing: Hirona Suzuki

Offizielle Beschreibung (The Akiba Labyrinth)

Hier die offizielle Beschreibung von Google Play. Das ganze klingt etwas komisch weil es einen japanischen Wortwitz enthält, den erkläre ich euch im Anschluss (danke an die Übersetzer die eine Erklärung im Buch hinterlassen haben!)

Meine „Big“ ist so klein. Kleine Brüste, an ihr ist einfach alles klein. Meine „Little Big“ hält immer ihre Versprechen. Sie ist bedacht auf ihr Aussehen und immer aufmerksam gegenüber dem, was momentan angebracht ist. Meine „Little Big“ bewahrt stets Haltung, aber hier und da bekomme ich auch ihre verletzliche Seite zu sehen.

Als ein Geschenk für den Abschluss der Oberschule, möchte ich meine „Big“ gerne auf einen kleinen Wochenend-Trip mitnehmen. Zu einem Ort, an dem wir fast alles finden können was wir wollen. Zu einem Ort, an dem so viel ist, dass wir ganz und gar nichts finden können. Zu einem Ort, der uns aus dem Alltäglichen herausholt. Nach Akihabara, Tokio. Nach Akiba. So machen Ich und meine „Big“ uns also auf den Weg …

Wir treffen auf eine katzenohrige Maid in einem rüschigen Outfit. Nekomi-san. Nekomi-san lädt uns tief in das Herz von Akiba ein. Dort angekommen finden wir ein malerisches, stylisches Maid-Café vor. Nekomi-san lädt uns ein, ein Spiel mit ihr zu spielen: „Ich möchte, dass ihr findet wonach der Meister sucht“, schnurrt sie. Da sind wir also, verloren in den wimmelden Massen von Akiba. Wie also sollen ich und „Big“ hier überhaupt irgendetwas finden?

– Deutsche Übersetzung der offiziellen englischen Beschreibung von Impress Quick Books

 

Meine Meinung (The Akiba Labyrinth)

Was für eine Beschreibung. Im Grunde erzählt diese schon fast das halbe Buch. Auf den Inhalt brauche ich daher hier mal nicht großartig einzugehen. Eine Kleinigkeit zum Verständnis möchte ich gerne anmerken. Im Buch ist vorne ein Glossar enthalten, dass uns über die Bedeutung von „Big“ und „Little“ aufklärt. So ist „Big“ eine Interpretation vom japanischen Suffix -senpai, also einer Person über der eigenen Jahrgangsstufe. „Little“ ist das genaue Gegenteil davon, eine Interpretation des japanischen Suffix -kouhai, der für eine Person unter der eigenen Jahrgangsstufe.

Die in der Beschreibung „Big“ genannte Person ist der Senpai des Erzählers, allerdings ist sie eine kleine, zierliche Person. Daher ist sie eine kleine Senpai, ein typisches japanisches Wortspiel also. Aber mal genug mit dem Japanisch-Kurs.

Im Kern ist dieses Buch irgendwie eine romantische Komödie. Ein Päärchen macht einen letzten Ausflug nach Tokio, bevor die Senpai Big den Erzähler verlassen muss, weil sie auf die Uni geht. Er kann sie nicht begleiten, da er ein Jahr jünger als sie ist. Ein Wort der Warnung einige der Witze gehen auf Kosten von kleinen und großen Brüsten. Ihr wisst schon Waschbrett und so weiter. Die Vergleiche sind auch etwas plump.

Aber irgendwie sind der Erzähler und seine „Big“ ein süßes Paar, auch wenn man auf Grund der Kürze des Buches nicht allzu viel über sie erfährt. Aber der Autor macht einen guten Job, dass beide menschlich rüberkommen. So hat „Big“ verständliche Zukunftsängste. Was passiert mit ihr auf der Universität ohne ihren Partner und so weiter. Auch hat Big einen komplex aufgrund ihrer Größe und regt sich immer darüber auf, wenn der Erzähler die größeren Brüste anderer Frauen beäugt.

Insgesamt hat mir die Geschichte, die Maho mir mit der Unterstützung der beiden Übersetzer serviert gut gefallen. Sie ist alles in allem betrachtet einfach viel runder als Alice’s Tale. Es geht insgesamt um einen jungen Mann, der noch nicht ganz weiß, was genau er will, er hat Schwierigkeiten seine Beziehung mit „Big“ in Worte zu fassen. Ob er es am Ende schafft müsst ihr selbst herausfinden 😉 Das einzige was mich störte war eine bestimmte Schlüsselszene des Buches, die vielleicht etwas zu brutal gelöst war und irgendwie passte das für mich nicht wirklich zum Rest des Buches. Klickt gerne in den Spoiler wenn ihr mehr herauszufinden:

Schlüsselszene die zu brutal gelöst wurde

Das Spiel besteht daraus das zu finden, was der jeweilige Mensch sucht. Findet man es nicht innerhalb von zwei Stunden hat es Konsequenzen… Dies wird am Beispiel eines „Mitspielers“ deutlich der versagt hat. Diesem wird von Katie schlicht der Kopf abgeschlagen. Etwas zu brutal und unpassend zum süßen Rest des Buches finde ich. Ich denke hier hätte es etwas weniger brutales auch getan. Aber durch die Bedrohung seines Lebens wird dem Erzähler schlussendlich klar was er wirklich will. Vielleicht war es also doch das Richtige? Entscheidet selbst.

Fazit

Alice’s Tale: Durch seine kurze Länge ist das Buch eher etwas für Zwischendurch. Der kleine Preis von gerade mal $3 macht es auch etwas leichter verschmerzbar, dass das Buch sein Sci-Fi-Setting nicht ganz ausschöpft und Wünsche und Plotpunkte einfach offen lässt. In dieser Kürze war mehr aber wohl einfach nicht drin. Es erzählt eine kurzweilige Geschichte, die etwas trocken auf manchen Leser wirken kann, weil es viel um Märkte usw. geht. Wenn ihr mal eine etwa andere Light Novel lesen wollt ist diese hier sicher einen Blick wert.

Whether it Rains or Shines Tomorrow: Wenn ihr auf der Suche nach einem kurzen romantischen und leicht dramatischen Roman seid, kann dieses Buch euch sicher begeistern. Auch wenn es etwas klischeehaft ist und die ganze Story rund um die Liebe sich etwas zu schnell entwickelt, ist sie süß gemacht und abgesehen von der etwas exotischen Krankheit sehr bodenständig. Fans süßer Romance sollten vor allem bei dem Preis zugreifen. Erwartet nur nichts allzu neues in diesem Buch, wenn ihr schon mehr Romanzen gelesen habt. Es erwartet euch mehr Drama als in The Akiba Labyrinth.

The Akiba Labyrinth: Auch dieses Buch ist natürlich wieder gut für zwischendurch, ist es doch so kurz. Es erzählt eine abgerundete, süße, leicht brutale Geschichte zweier Liebender auf einer gemeinsamen Reise, nicht nur nach Tokio, sondern auch zu einander. Die ganzen eher plumpen Beschreibungen der Oberweiten und die „flachen“ Witze könnten manchen Lesern aber nicht ganz zusagen. Das Buch hat aber auch eine interessante Message, wie wichtig Kommunikation ist. Gut für Fans romatischer Geschichten ohne viel Drama. Ihr solltet aber leichte Gewaltanteile abkönnen.

Insgesamt liefert Impress Quick Books hier eine interessante Mischung an Büchern, die ihr Geld wohl wert sind. Alle drei kosten sie gerade einmal $3 (laut Google 2,24€), was es wesentlich einfacher macht über die ein oder andere Unzulänglichkeit bezüglich des Storytellings hinweg zu sehen. Alle drei sind sie denke ich ein netter kleiner Zeitvertreib für Zwischendurch und dabei sehr weit weg vom Isekai-Einheitsbrei. Vielleicht sogar fast schon erfrischend.

Etwas das beim lesen der Bücher auffällt sind leichte Probleme mit gewissen Zeichen. „-“ und alle Diakritika wie „é“ werden in den Büchern als Fragezeichen dargestellt, was etwas komisch ist. Erhältlich sind alle drei Bücher nur als E-Book bei Google Play Books, Apple Books oder Bookwalker. Bei anderen Händlern gibt es diese Bücher nicht zu kaufen.


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