Review: Memories of the Apocalypse

Heute mal etwas ganz besonderes für euch. Stefan und Dave haben sich hier zusammengesetzt um euch eine neue Light aus deutscher Feder zu präsentieren. In der Kürze liegt die Würze sagt man gerne. Kann diese kurze Science-Fiction / Cyberpunk Novel die beiden überzeugen? Erfahrt mehr in der Review.

Man sieht ein junges Mädchen mit grünen Augen und kurzen grünem Haar. Sie hält eine Waffe in der einen Hand und in der anderen ein Messer
Cover des Buches Memory of the Apocalypse.
Autor: YAN
Illustrationen: Hayato Noda

Offizielle Beschreibung

Entdecke ein actiongeladenes Cyberpunk-Drama über den Wert von Erinnerungen.
Vor 17 Jahren wurde die Welt durch eine Katastrophe größtenteils vernichtet. Seltsamerweise kann sich keiner der Überlebenden daran erinnern – die „Erinnerungen an die Apokalypse“ sind nur noch eine Legende. Als die junge Erinnerungsjägerin Vici einen Tipp erhält, wo sich diese legendären und unglaublich wertvollen Erinnerungen befinden könnten, fackelt sie nicht lange. Doch sie ahnt nicht, dass sie im Ödland ein Schicksal erwartet, das ihre Sicht auf die Welt verändern könnte.

– Offizielle Beschreibung des Buches

Allgemeine Information

Heute bringen wir euch mal wieder etwas aus deutschen Gefilden. Geschrieben hat diese Science-Fiction Novel der Autor YAN. Eine Kunstfigur, die man sich vielleicht vorstellen kann wie einen V-Tuber. Ihr könnt ihm auf Instagram. Wer hinter der Figur steckt ist uns nicht bekannt. Die Illustration auf dem Cover stammt von Hayato Noda. Weitere Innenillustrationen bietet das Buch nicht.

Das Buch ist im Original auf deutsch als E-Book erschienen. Eine englische Fassung und auch eine gedruckte Version sind momentan in Arbeit.

Meinungsbild aus dem Dungeon

Das Buch hat doch eine coole Prämisse nicht wahr? Zu einem richtig tollen Buch fehlt es der Geschichte aber an einem: Länge und Umfang.
Diese Light Novel erinnert aufgrund der Kürze eher an eine Light Novella. Als Print-Ausgabe würde das Buch nämlich gerade einmal 100 Seiten umfassen. Dieser Umstand ist leider auch das, woran diese Novel letzten Endes scheitert. Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass mittendrin eine richtig gute Geschichte verloren gegangen ist.

Memories of the Apocalypse ist gut geschrieben. Man kann sich in den Beschreibungen der Szenerien glatt verlieren und die Kämpfe sind kurz und knackig. Auch sind die Charaktere gut und glaubhaft geschrieben und wir waren ziemliche Fans der (moralischen) Konflikte zwischen eben jenen. Für Vici sind Erinnerungen nicht mehr als ein Mittel zum Zweck. Für sie sind Erinnerungen, Munition und ein notwendiger Schritt auf ihrem Weg zum Ziel. Das sieht ihr Kindheitsfreund Nuno beispielsweise nicht so. Für ihn sind Erinnerungen eine wertvolle Ressource, sie dokumentieren die Vergangenheit, damit man aus ihr lernen kann.

Auch die Welt die YAN kreiert hat wusste zu gefallen. Die Geschichte spielt, wie eingangs der Beschreibung zu entnehmen in einer Welt, die durch eine Katastrophe fast vollständig zerstört wurde. Die Menschheit sammelt sich also in den letzten noch bewohnbaren Orten. Wie etwa dem Turm in dem Vici und Nino leben. Der Autor hat sich eindeutig Mühe gegeben eine ordentliche Cyberpunk-Welt zu erschaffen.

Da endet das Lob leider auch. Denn während viele der Konzepte dieses Buches auch im späteren Verlauf auf dem Papier interessant klingen, wird die Ausführung dem leider nicht gerecht. Während das Buch anfangs noch viel Wert auf eine langsame Exposition legt um den Leser langsam abzuholen und in die interessante Welt zu entführen, scheint es fast so als sind dem Autor die Seiten ausgegangen. Plötzlich geht dann alles sehr schnell, wird kompliziert und verwirrend. Das Buch fängt an zu springen und erschlägt den Leser förmlich mit neuen Informationen.

So erfahren wir in aller Schnelle etwas zu Vici’s und Nino’s Vergangenheit und vielen anderen Konzepten. Alle für sich genommen sehr interessant, aber es wurde sich einfach nicht genug Zeit genommen die Konzepte und Geschichten zu etwas vollständigerem auszubauen. Am Ende passierte dann einfach soviel neues auf so wenig Seiten, dass man ungläubig durch die Seiten blättert und das fehlende Kapitel sucht. Dadurch wurde das Buch gegen Ende nur schwer verständlich. In der Kürze liegt leider nicht immer die Würze. Am Ende des Buches bleibt leider nur eines: Ein Gefühl, dass man viel mehr aus der Geschichte hätte machen können in Kombination mit Verwirrung und Enttäuschung.

Fazit

Autor YAN beweist mit seinem Erstlingswerk an sich ein gutes Händchen was die Charaktere und das Worldbuilding angeht. Das Buch steht sich mit seiner Kürze aber selbst im Weg. Eine Cyberpunk-Welt braucht nun mal einfach etwas mehr Platz um sich wirklich entfalten zu können. Schließlich gilt es die Welt zu erklären und die Konzepte dahinter zu verstehen.

Das Buch selbst wusste anfangs durch seine etwas andere Prämisse zu gefallen und fällt durch sein Cyberpunk-Setting positiv auf. Allzu viel hat der Light Novel bzw. Anime Markt in der Richtung ja nicht zu bieten. Vielleicht so etwas wie Ghost in the Shell, Psycho Pass und das neu erschienene Your Forma. Insgesamt ist es einfach schade, dass das Buch am Ende so eine Klippe herunterfällt.

Das Buch könnt ihr bei amazon (ausnahmsweise mal ein Link zu Amazon, weil es das Buch sonst noch nirgends gibt) zu einem Preis von 3,99 € erwerben und für eine kurzweilige Unterhaltung reicht es dann doch. Erwartet aber nicht allzu viel Tiefe.


2 Gedanken zu „Review: Memories of the Apocalypse“

  1. Ach, schade! Das hört sich endlich mal nach einer für mich interessanten deutschen Light Novel an und dann ist die Geschichte nicht einmal vollständig ausgebaut… Ich werde sie mir aber sehr wahrscheinlich trotzdem kaufen.
    Vielen Dank für die Review!

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