Review: Mia and the Forbidden Medicine Report

Zeit mal wieder etwas mehr Shojo in das Programm zu bringen. Lest in dieser Review mehr zum Mystery-Roman „Mia and the Forbidden Medicine Report“ der ein bisschen Harry Potter mit japanischen Romanen und Steampunk kombiniert.

Cover von Mia and the Forbidden Medicine Report
Cover von Mia and the Forbidden Medicine Report
Japanischer Titel: ミアと禁断の創薬レポート
Mia to Kindan no Souyaku Report
Englischer Titel: Mia and the Forbidden Medicine Report
Autor: Fumi Yamamoto
Illustrationen: Nitaka

Zeit mal wieder etwas mehr Shojo in das Programm zu bringen. Lest in dieser Review mehr zum Mystery-Roman „Mia and the Forbidden Medicine Report“ der ein bisschen Harry Potter mit japanischen Romanen und Steampunk kombiniert.

Allgemeine Informationen

Für dieses Review habe ich mir mal wieder einen Einzelband des Publishers Cross Infinite World geschnappt. Geschrieben wurde „Mia and the Forbidden Medicine Report“ von Fumi Yamamoto und die Illustration stammen von Nitaka. Die Übersetzung ins Englische stammt von Charis Messier.

Die Geschichte spielt im Königreich Isea, einem Land voller Dampfmaschinen und Magie. In einem Krieg eroberte Isea die kleine Insel Radius. Doch nach der Eroberung breiten sich zwei völlig unbekannte Krankheiten im Königreich aus, die Dämonenklaue (engl. Demon Claw) und die Engelstränen (engl. Angel Tears). Erstere ist höchst ansteckend und führt dazu, dass das Immunsystem der Betroffenen langsam abbaut, bis sogar eine normale Erkältung tödlich enden kann.

Alle Opfer der Krankheit sind allerdings mehr das „Fußvolk“ beziehungsweise die gewöhnlichen Bürger des Königreiches. Sobald die Krankheit entdeckt wird, wird die betroffene Person in strenge Quarantäne gesteckt. Zweitere ist eine Krankheit, die ausschließlich Magier befällt und sie wahnsinnig werden lässt.

In Erfurt (und damit meine ich nicht die Hauptstadt Thüringens), der Hauptstadt Iseas ist die prestigeträchtige königliche Akademie untergebracht. Diese teilt sich in vier Fakultäten auf, deren Schüler man an der jeweiligen Farbe der Krawatte erkennt:

  • Jura-Fakultät: Die älteste und zugleich wichtigste Fakultät der Schule. Hier werden die zukünftigen Herrscher des Landes und Adlige ausgebildet. Hierher schaffen es nur die wichtigsten Leute. Man erkennt die Schüler an ihren lilanen Krawatten.
  • Magie-Fakultät: Diese Fakultät ist neben der Jura-Fakultät eine der wichtigsten Fakultäten. Sie dient dazu die zukünftigen Magier des Königreiches in der Magie auszubilden. Man erkennt die Schüler an den roten Krawatten.
  • Medizin-Fakultät: Diese Fakultät entstand aufgrund des Ausbruchs der beiden Krankheiten um diese besser verstehen zu können und zu versuchen ein Gegenmittel zu finden. Die Fakultät genießt kein sehr hohes Ansehen auf dem Campus. Man erkennt die Schüler an den blauen Krawatten.
  • Pharmakologie-Fakultät: Die am wenigsten angesehene Fakultät der Akademie. Hier beschäftigt man sich vor allem mit der Entwicklung von Medikamenten und deren Einsatzzwecken. Man erkennt die Schüler an den grünen Krawatten.

Eine der Schülerinnen ist die 16-jährige Mia Baumann. Ein junges Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen ohne einen besonderen Rang. Sie ist wohl das was man als gewöhnlich bezeichnen würde. Als Mia noch 6 Jahre alt war, zeigte ihre Mutter Anzeichen der höchst ansteckenden Krankheit „Dämonenklaue“ und wird darauf hin im Sanatorium hinter dicken Mauern eingesperrt. Mia bleibt dabei alleine zurück und wird fortan von einem Doktor des Sanatoriums großgezogen, der sie dort wohnen und arbeiten lässt. Sie fasst den Entschluss sich an der königlichen Akademie einzuschreiben um ein Heilmittel für ihre Mutter zu finden.

An ihrem ersten Tag kommt es während der Einweihungszeremonie zu einem Zwischenfall. Ein Magier der an Engeltränen erkrankte stürmt mit einem Messer hinein und verletzt einige Schüler. Mia, die aufgrund ihrer Arbeit im Sanatorium bereits Erfahrung hatte, machte sich sofort an die Versorgung der Verletzten. Einer von Ihnen ist Felix Keyserling, ein gut aussehender Schüler der Jura-Fakultät. Er hat zwar keine physischen Verletzungen davon getragen, aber einen schweren Panikanfall erlitten. Mia hilft ihm darüber hinweg ohne auch nur eine Sekunde zu verlieren. Das bedeutet Felix sehr viel und Mia gewinnt durch diese Geste seine Zuneigung.

Doch die Zuneigung durch Felix entfaltet schon bald ihre hässliche Seite für Mia. Ihre Mitschülerinnen sind nicht damit einverstanden, dass Felix nur Augen für Sie hat und es endet darin das Mia von den anderen gemobbt, ausgegrenzt und isoliert wird. Die einzigen die sie nicht ignorieren sind der kluge Musterschüler aus der Medizin-Fakultät Henrik Vigant, den Mia bei der Einweihungszeremonie kennenlernte, Felix und dessen Freund der klotzige Magie-Student Mathias Weiss.

Die vier bilden ein Team um zusammen einen fakultätsübergreifenden „Grand Plan“ (am besten wohl vergleichbar mit einer Bachelor-Thesis oder einer Forschungsarbeit) über die Krankheit der bisher kaum erforschten „Dämonenklaue“ zu erarbeiten und deren Geheimnisse zu lüften. Dabei würden sie es aber immer wieder mit verschiedenen Schwierigkeiten wie sich quer-stellenden Lehrern, den anderen Mitschülern und sogar tätlichen Angriffen zu tun bekommen. Es hat nämlich einen Grund warum die „Dämonenklaue“ anders als die „Engelstränen“ bisher unerforscht geblieben sind…

ein Blick auf die Charaktere aus der Light Novel
ein Blick auf die Charaktere aus der Light Novel (zum Vergrößern klicken)

Meine Meinung zu Mia and the Forbidden Medicine Report

Insgesamt hat mir das Buch Spaß bereitet und mich überrascht. Zu Anfang nutzt die Autorin bewusst eine langsame Erzählweise, um mich als Leser ein bisschen abzuholen und in die Welt mitzunehmen. Anfangs werden in verständlichen Happen das politische System des Landes, die Akademie und die Fakultäten erklärt. Dabei schafft es die Autorin stets verständlich zu bleiben und hat mich als Leser nicht überfordert und das trotz der vielen Informationen, die zu vermitteln waren. Für mich resultierte die anfängliche Passage in einer langsameren Lesegeschwindigkeit, weil doch viel neues auf einen einprasselt. Es setzt aber die Welt schön in Szene für den gut geschriebenen Hauptteil des Buches.

Mia selbst hat mir sehr gut gefallen. Eine starke junge Frau, getrieben von einem höheren Ziel. Sie kann manchmal etwas stur sein, was ihr auch nicht selten im Weg steht, aber beweist Beharrlichkeit um das Ziel zu erreichen, dass sie sich selbst gesteckt hat. Dabei wirft ihr die Autorin einige Steine in den Weg, die sie zum Straucheln bringen sollen, aber nicht aus der Bahn werfen, auch wegen der Hilfe Ihres Teams. Von Mobbing, über Isolation, ihrer eigenen traurigen Hintergrundgeschichte bis hin zu ihren eigenen Selbstzweifeln ist alles dabei. Alles nicht so einfach. Dabei wirkt manches wie das Mobbing und die Ausgrenzung etwas abgedroschen, weil man das schon aus sehr vielen anderen Geschichten kennt. Aber in so einer Geschichte wie dieser hier ist es ein probates Mittel einen „Underdog“ zu haben. Ich konnte auch einfach nicht anders als ihr im Verlauf des Buches die Daumen zu drücken und zu hoffen, dass sie allen Widrigkeiten zum Trotz ihre Ziele erreichen wird.

Die anderen drei Charaktere sind allerdings mehr Standard Shojo-Kost mit den bekannten Archetypen. Wir haben Felix als reichen und angesehenen Schönling, der nur durch seine Verletzbarkeit mit dem Klischee bricht was man sonst in diesen Geschichten erwartet und noch ein wenig Tiefe mitbringt. Mathias und Henrik brechen allerdings kaum aus ihren vordefinierten Rollen aus. Ersterer ist mehr eine Art Aufpasser, der auch hier und da eine weiche Seite zeigen kann, während der Zweite den Archetypen des intelligenten Strebers verkörpert.

Die Charaktere bilden insgesamt eine harmonische Mischung. Denn nur zusammen mit allen Vieren und ihren Stärken und auch ihren Schwächen, sowie ihren eigenen Fähigkeiten, sind sie in der Lage ihr gemeinsames Ziel zu erreichen. Und es ist auch diese Mischung der Charaktere die das Buch sehr unterhaltsam macht.

Dabei wirft das Buch auch einige interessante Fragen über die Medizin selbst und die sozialen Ränge der Welt auf. Für die Engeltränen, die die für das Land wichtigen Magier befallen gibt es ein Medikament. Anders ist es jedoch bei der „Dämonenklaue“. Für die gibt es keine Medizin aber wohl eher, weil diese Krankheit nur das gewöhnliche Volk befällt. Daher wird die Krankheit bei der Forschung eher ignoriert. Jene, die Geld und Einfluss haben werden also vor dem Fußvolk bevorzugt.

Die Mystery-Erzählung des Buches bildet den Hauptteil des Buches. Ich war an manchen Stellen des Buches sehr überrascht von den Wendungen, die mir das Buch geboten hat. Das Rätsel, dass sich über das ganze Buch zieht, bildet eine schöne Rahmenhandlung und hält das ganze so etwas am Laufen. In der Mitte zog das Tempo merklich an, hatte mich dann am Haken und lies mich nicht mehr los. Einen großen Teil des Buches habe ich dann sogar einfach am Stück gelesen. An manchen Stellen war die Handlung allerdings etwas vorhersehbar und man hatte schon eine Ahnung was denn passieren könnte.

Eigentlich bin ich nicht so sehr im Mystery-Genre zu Hause, aber es kam mir allerdings so vor, dass so manches Rätsel etwas schnell aufgelöst worden ist. Vielleicht hätten ein paar mehr Seiten dem ganzen Mystery-Aspekt nicht geschadet. Das Buch findet insgesamt ein sehr schönes Ende, aber es bleiben doch ein paar Fragen offen und ich hätte gerne mehr davon gelesen, wie es weiter geht.

Fazit

Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es erzählt mal eine andere Geschichte. Mal kein Isekai, mal kein Harem, keine Action. Das mag vielleicht auch einfach daran liegen dass es ein Shojo-Buch ist und diese sich ja generell etwas anders aufbauen.

Das Buch erzählt eine spannende Geschichte mit Charakteren, die man gerne haben will, gerade weil sie sich so gut ergänzen. Alles in allem ist das Buch für mich eine Empfehlung wert und sei es einfach nur als kleiner Snack für Zwischendurch, wenn man mal genug von der Standard-Kost unter den Light Novels hat. Das Buch bietet so einiges was man üblicherweise nicht in populäreren Werken findet.

Wenn ihr also nun auch auf den Geschmack gekommen seid und wissen wollt wie Mia und ihre Truppe das Geheimnis lüften könnt ihr das Buch „Mia and the Forbidden Medicine Report“ entweder als gedrucktes Buch für $13,99 bei Amazon ( die gedruckte Fassung ist leider nur über Amazon erhältlich) oder als E-Book für $7,99 bei diversen Händlern erstehen. Eine schöne Übersicht bietet hier die Seite des Publishers.

Was ist eure Meinung zu diesem Buch und habt ihr vielleicht noch die ein oder andere Mystery-Novel zu empfehlen? Egal was es ist schreibt es mir in die Kommentare.