Review: Otherside Picnic Band 2

Otherside Picnic bewegt sich mit dem zweiten Band leider in klischeehafte Abgründe. Weiß der Band trotzdem zu überzeugen?

Cover des zweiten Bandes Otherside Picnic
Japanischer Titel: 裏世界ピックニック
Urasekai Picnic
Englischer Titel: Otherside Picnic
Autor: Iori Miyazawa
Illustrationen: shirakaba

Der Sommer war gekommen und das Band zwischen den beiden Studentinnen Sorawo Kamikoshi und Toriko Nishina wird immer fester, während sie die alternative Welt – die andere Seite – erkunden. Es kommt zu einer Rettungsmission der U.S. Streitkräfte, die in der Kisaragi Station feststecken, einer Nacht am Strand des Untergangs auf der anderen Seite des Resorts in Okinawa, eine karatekämpfende Kouhai die von Ninja-Katzen angegriffen wird … und das Mysterium um Torikos verschollene Freundin, Satsuki Uruma, welches nun vielleicht endlich aufgelöst wird. Das Unbekannte und das Bizarre treffen mit komplexen Beziehungen aufeinander im neuesten Band dieser beliebten Survival Reihe.

– freie Übersetzung der Beschreibung von J-Novel Club

Meine Meinung:

Machen wir es wie diese Reihe bisher und reden nicht lange um den heißen Brei herum. Band 2 knüpft direkt an Band 1 an, wenn auch nicht auf die Art und Weise, die ich erwartet habe. Sorawos, Torikos und Kozakuras Rückkehr von der anderen Seite wird hier tatsächlich komplett ausgespart, dafür versuchen sich die beiden Hauptfiguren direkt an der Rettung der U.S. Streitkräfte, die sie in Kapitel 3 beinahe noch umgebracht hätten. Das war eine ganze nette Abwechslung zu dem ganzen Tod und Verderben, das einige teils namenlose Figuren in Band 1 ereilt hat. Das Kapitel war spannend, da es hierbei nicht nur darum ging, dass Sorawo und Toriko es lebend zurück schaffen, sondern zusätzlich noch ein ganzes Bataillon Soldaten (oder was davon übrig war).

Danach fiel das ganze leider ein klein wenig auseinander, was auch der Grund war, warum der Band von mir auf goodreads nur vier Sterne erhalten hat.

In einem Artikel von mir, der früher oder später noch auf dieser Seite erscheinen wird, rege ich mich über diesen krampfhaften Zwang von Light Novel Autoren auf Klischees in ihre Bücher zu quetschen, wo sie eigentlich nicht hätten sein müssen. Diese Klischees waren etwas, das mir schon im ersten Band aufgefallen war: Kozakura etwa entspricht dem Stereotypen von erwachsener Frau, die aussieht wie eine Grundschülerin. Weil Band 1 allerdings sonst fantastisch war, ist das nicht außergewöhnlich negativ aufgefallen. (Und zu Kozakuras Verteidigung muss man sagen, dass dieser Band ihr schlussendlich ziemliche Tiefe verliehen hat.)

Bei diesem Band ist das Ganze allerdings ein wenig extremer, denn hat diese Reihe wirklich das Klischee aller Klischees, ein Strandkapitel gebraucht? Ich hätte es eigentlich wissen müssen, das Cover dieses Bandes sagt ja schon alles, aber nachdem der erste Band so spannender Horror war, war ich schon ein wenig enttäuscht vom Mangel an allem was Band 1 großartig gemacht hat. Dieses Kapitel trägt nicht einmal irgendetwas zum Plot bei. Satsuki hat hier zwar eine erneute Cameo, aber das wirkte eher als würde der Autor versuchen das Kapitel wichtig erscheinen zu lassen, wenn es in Wirklichkeit kaum Substanz hat. Tatsächlich gefiel mir hier fast schon der Teil, der in der echten Welt spielte besser, da hier immerhin ein paar Schritte getan wurden, um Sorawo und Toriko näher zu bringen.

Das dritte Kapitel war auf ähnliche Weise irritierend, denn während hier zwar eine neue Figur in Form von Akari Seto eingeführt wird (wobei hier zur Debatte steht, ob sie wichtiger wird, als etwa Abarato oder die U.S. Streitkräfte), geht es um – haltet euch fest – Ninja-Katzen. Zugegeben, dieses Kapitel fand ich ganz witzig, allerdings findet da schon ein ziemlich Stilbruch statt, verglichen mit nahezu allen anderen Kapiteln. Dafür hat es allerdings mehr Relevanz für die Handlung insgesamt. Nicht nur wird hier eine neue Figur eingeführt, es wird auch angedeutet, dass Sorawos Auge nicht nur verschiedene Schichten der Realität erkennen kann, sondern diese auch womöglich verändern kann. Das hat sie zwar bereits mit Kozakura in Band 1 getan, mit Akari erzielte sie schließlich allerdings einen schrecklich anderen Effekt. Und auch Torikos Finger werden hier zum ersten Mal auf eine Weise genutzt, die schließlich im Finale relevant geworden ist.

Zu guter Letzt sollten wir natürlich das Finale ansprechen. Dieses ist erneut anders als die bisherigen Kapitel, aber auf die bestmögliche Weise. Endlich erfährt man, wer hinter der mysteriösen Organisation steht, die Kozakura schön mit Geld beliefert. Man lernt über die Entdeckung der anderen Seite und die Veränderungen, die die Entdecker erlitten haben und man lernt mehr über Satsuki. Das Buch endet dann mit einem finalen Kampf, in dem Toriko und Sorawo ihre Kräfte gemeinsam benutzen müssen, was schön verdeutlicht, wie nah die beiden sich gekommen sind, trotz einiger Missverständnisse und mangelnder Kommunikation.

Vor allem Sorawo war ein kleines Highlight dieses Bandes. Während sie in Band 1 oft rüberkam wie ein schüchterner Nerd, merkt man in diesem Band, dass sie sich nur neuen Leuten gegenüber so verhält. Das kann man sehr schön im Kapitel beobachten in dem Akari vorgestellt wird. Darin verhält sich Sorawo gegenüber Akari und Toriko sehr unterscheidlich.  In Torikos Gegenwart ist Sorawo viel offener was ihre Leidenschaft für Urbane Legenden angeht und hat auch keine Probleme ihre etwas aggressivere Seite zu zeigen. So schreibt man gute Charaktere.

Fazit:

Während dieser Band sich einige Fehltritte leisten musste, blieb er definitiv auf dem gleichen Niveau wie Band 1, wenn es um die Horror-Momente und die Lore ging. Es ist eine wirklich schöne Abwechslung zu anderen Light Novels, wie ein Band in den nächsten übergeht und ich habe hier wirklich das Gefühl eine Reihe zu lesen, statt einzelner Bücher. Ich kann es kaum erwarten in den nächsten Band einzutauchen.

Otherside Picnic ist bei J-Novel Club für $6.99 als eBook erhältlich, oder für $23 als Omnibus Taschenbuch, welches die ersten zwei Bände enthält.

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.