Review: Goblin Slayer – Band 01

Er trägt einen Eisenhelm und eine billige Rüstung. Sein Auftrag: Goblins töten. Erfahrt in diesem Review was es passiert wenn klassische Pen&Paper-Rollenspiele auf Light Novels treffen.

Cover des Band 1 Der Light Novel Goblin Slayer
Cover des Band 1 von Goblin Slayer!

„Ich bin hier um Goblins zu töten!“, so würde der Goblin Slayer sein Buch wahrscheinlich beschreiben.

Dann wäre der Artikel hier aber ganz schön schnell zu Ende. Ein bisschen habe ich aber schon zum ersten Band von Goblin Slayer zu erzählen. Mehr erfahrt ihr in diesem Review zu Band 1 von Goblin Slayer.

Offizielle Beschreibung:

„Zusammen mit ihren Kameraden gerät eine junge Priesterin in den Hinterhalt einer Horde Goblins. Sie wähnt ihr Schicksal schon besiegelt, als plötzlich eine Gestalt in Rüstung vor ihr erscheint und sie vor einem grausamen Tod rettet. Es ist der Goblin Slayer, ein einsamer Abenteurer, der nur ein Ziel hat: Goblins töten.“

– Offizielle Beschreibung von Altraverse

Allgemeine Informationen:

Der Autor Kumo Kagyu nimmt uns in seinem Buch mit in eine düstere Fantasy-Welt und erhält dabei Unterstützung von Noburu Kannatuki, der die Novel mit ein paar Illustrationen zum Leben erweckt.

Die Light Novel wird vom Altraverse-Verlag herausgegeben. Die Übersetzung des Buches aus dem Japanischen wurde von Lasse Christian Christiansen angefertigt.

Ihr wollt noch mehr Informationen zur Light Novel? Mehr allgemeine Infos zu dieser Novel könnt ihr dem Eintrag zu Goblin Slayer in unserer Liste der deutschen Light Novels entnehmen: Goblin Slayer in unserer Liste deutscher Light Novels

Das Buch kommt in einem kleineren Format, die Standard-Novel in den USA, ist allerdings größer als eine Novel um Bunkobon-Format (DIN A6). Hier ein Foto mit einem kleinen Vergleich (Zum Vergößern bitte klicken):

Den Novels legt Altraverse in der Erstauflage auch ein kleines Extra bei. Hat man ein Buch der Erstauflage, so sind darin noch eine Charakter-Karte und ein Lesezeichen mit dem Charakter darauf enthalten. Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Ein Bild von Band 1 von Goblin Slayer. Rechts davon das Lesezeichen, links davon die Charakter-Karte des Goblin Slayer
Band 1 mit den ganzen Extras. Auf der rechten Seite ist das Lesezeichen, auf der linken Seite die Charakter-Karte.

Leider hatte ich mit dem ersten Band etwas Pech und die Extras haben gefehlt, obwohl ich ein Buch der ersten Auflage in den Händen hielt. Eine E-Mail an den Altraverse-Support später wurden mir die fehlenden Extras gesondert zugesandt. Danke an den freundlichen Support an dieser Stelle.

Die Novel hat ein typisches Glanzcover, die Farbseiten und alle Seiten des Buches sind auf matten Papier gedruckt. Die Seiten des Buches sind auch weißer, als es bei den amerikanischen Veröffentlichungen der Fall ist (zum Vergrößern klicken):

Oben eine Novel aus den USA, unten die Novel zu Goblin Slayer.

Die Charaktere:

Leider habe ich noch nicht alle Bilder die ich gerne hätte. Die Illustrationen stammen von den Charakter-Karten, die den ersten Editionen beiliegen. Die Beschreibungen sind ebenfalls den Karten entnommen.

Goblin Slayer
GS-Porträt-Goblin-Slayer
Ein eigentümlicher Abenteuerer, der vor allem im westlichen Grenzland aktiv ist. Allein mit der Jagd auf Goblins erreichte er den Silber-Rang – den dritthöchsten aller Abenteurer-Ränge – und ist dafür weit über das Grenzland hinaus bekannt.
»Ich bin dieser Goblin.«

Priesterin
GS-Porträt-Priesterin
Sie ist ein herzensguter Mensch und begleitet Goblin Slayer auf seinen Abenteuern. Der raubeinige Abenteurer sorgt jedoch immer wieder dafür, dass sie sich in brenzligen Situationen wiederfindet.
»Beschützen, Heilen und Retten«
– die drei Lehren der Erdmutter

Gildenangestellte
Gildenangestellte-1
Eine Angestellte der Gilde, die in der Abteilung im Grenzland arbeitet. Immer pflichtbewusst und einem Lächeln auf den Lippen. Sie ist dem Goblin Slayer immer sehr dankbar, wenn er sich um die Goblin-Aufträge kümmert, die sonst keiner machen möchte.
»Wie kann man nur ohne Stift und Papier auf ein Abenteuer gehen?«

Kuhhirtin
GS-Porträt-Kuhhirtin
Sie ist Goblin Slayers Kindheitsfreundin und arbeitet auf dem Bauernhof, den auch Goblin Slayer sein Zuhause nennt.
»Für sie waren immer das Wetter, das Vieh, die hergestellten Lebensmittel und natürlich er immer sehr wichtig.«

Hochelfen-Bogenschützin
GS-Porträt-Elfin
Eine junge Elfe, die Goblin Slayer auf seinen Abenteuern begleitet. Sie ist eine begabte Waldläuferin und Bogenschützin.
»Die Unwissenden sind gesegnet, schließlich ist Lernen das allergrößte Glück.«
– Sprichwort der Elfen

Zwergen-Schamane
GS-Porträt-Zwerg
Ein Zwerg, der begabt in den Künsten der Magie ist und Goblin Slayer auf seinen Abenteuern begleitet.
»Edelsteine und Metall sind vor dem Schmieden einfach nur Gestein. Zwerge bewerten Dinge nicht nach ihrem Aussehen.«

Echsenmenschen-Mönch
GS-Porträt-Echsenmensch-1
Ein Mönch aus dem Volk der Echsenmenschen. Er ist nicht so einfach aus der Ruhe zu bringen und begleitet den Goblin Slayer bei seinen Abenteuern.
»Ein Drache läuft niemals davon.«

Neben dieser kleinen Auswahl gibt es noch ein paar Abenteurer die verschiedene Nebenrollen ausfüllen.

Meine Meinung zu Goblin Slayer Band 01:

Direkt wenn man das Buch in die Hand nimmt, fällt einem etwas auf. Und ich rede nicht von den schönen Cover-Illustrationen und den hübschen Farbseiten am Anfang der Novel. Ich meine die Tatsache, dass es sich bei diesem Buch mal nicht um eine Geschichte handelt die ein Isekai ist. Stattdessen serviert uns der Autor mit Goblin Slayer eine klassische, wenn auch düstere, Fantasy-Story.

Weiter oben wird euch sicher eine Besonderheit dieses Werkes aufgefallen sein. Die Namen der einzelnen Personen und Abenteurer könnten nämlich generischer nicht sein. Sie heißen einfach wie der Beruf, den sie ausüben. So heißt die Priesterin der Gruppe einfach Priesterin und die Gildenangestellte einfach Gildenangestellte. Ein wenig mehr Einfallsreichtum hätte der Autor für die Figuren wenigstens haben können…

Auffällig an dem Werk ist dass es erstaunlich viele Inspirationen aus klassischen Pen&Paper-Rollenspielen (Artikel auf Wikipedia) wie beispielsweise Dungeons & Dragons aufweist. Dies wird vermutlich daran liegen, dass der Autor selbst begeisterter Pen&Paper-Spieler ist und auch die Idee zu Goblin Slayer in diesem Umfeld entstanden ist. Was genau ich alles meine werde ich euch noch in einem Special zur Goblin Slayer Light Novel näher erläutern. Es würde einfach den Rahmen des Reviews sprengen hier alles aufzuzählen.

Der Autor erzählt uns mit Goblin Slayer eine eher düstere Fantasy-Geschichte, die stellenweise sehr explizite Gewalt beinhalten kann. Schon auf den ersten paar Seiten findet man Tote, Gedärme, auslaufende Körperflüssigkeiten und Vergewaltigung.

Durch diesen eher abschreckenden Ersteindruck kann es als Neueinsteiger in die Serie sehr schwer sein mit der Serie was anfangen zu können. Dabei versteckt sich in diesem Buch trotz der ganzen explizit beschriebenen Gewalt eine gute Geschichte.

Anders als in gewissen Stellen des Anime (ja ich rede von der sehr bildhaften Vergewaltigung in Folge 1), kommt mir die Light Novel schon wieder etwas geschmackvoller vor. Die Beschreibungen der Vergewaltigungen von Goblins beschränken sich auf sehr kurze Abschnitte (meist ein oder zwei Sätze) und es wird auch nicht allzu sehr ins Detail gegangen. Es steht dann wirklich nur da, dass sich die Goblins an dem Mädchen vergangen haben. Man sollte sich aber dennoch auf ein paar Sachen gefasst machen bei der Novel.

Dennoch findet das Buch für mich eine gute Mischung aus blutiger, düsterer Action und entspannteren Momenten. Man hat also immer wieder einen schönen Wechsel zwischen entspannten Passagen, die der Autor nutzt um seine Charaktere näher zu beleuchten und den brutalen Action-Szenen im Buch. Dies sorgt dafür das man eine gute Abwechslung hat und die Geschichte sich frisch anfühlt.

Betrachten wir doch als nächstes unsere Party aus Goblin Slayer, Priesterin, Hochelfin-Bogenschützin, Zwergen-Schamanen und Echsenmensch-Mönch etwas näher.

Auf den ersten Blick wirken die Charaktere durchaus sehr klischeehaft. Goblin Slayer als furchtloser Damage-Dealer, die Priesterin mit frommen Glauben und einem eher zarten Gemüt, die Hochelfen-Bogenschützin, die immer etwas hochnäsig ist, der Zwerg-Schamane, der Stolz auf seine Ahnen und Zwergenvolk ist und der Echsenmensch-Mönch, der immer relativ gelassen und ausgeglichen wirkt.

Typische Klischees werden im Buch auch durchaus für den ein oder anderen Witz bedient. Als Auflockerung ist es daher schon auch mal ganz lustig zu erleben wie der Zwerg und die Elfe sich schon mal streiten, wie man es eben aus verschiedensten Fantasy-Geschichten und ähnlichem kennt.

Ich hoffe in den nächsten Bänden mehr Entwicklung in den drei neu dazu gestoßenen Charakteren zu sehen. Der Autor hat sich in diesem Band vor allem auf die Entwicklung des Goblin Slayers und der Priesterin konzentriert, welche mir sehr gefallen hat.

Der Goblin Slayer selbst ist sehr interessant, er ist nämlich das, was man sich unter einem Veteranen-Abenteuerer so vorstellt. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Goblin Slayer von Anfang an sehr methodisch und gründlich dabei vorgeht die Goblins, die er jagt alle zu töten. Es ist die Art wie er sein Vorgehen plant und sein Wissen über die Goblins nutzt um sie zu besiegen, die ihn mir irgendwie fast sympathisch macht, obwohl er manchmal etwas gefühlskalt und wortkarg daherkommt.

Der Goblin Slayer weiß, dass er kein Übermensch ist und versucht das durch seine Intelligenz auszugleichen. Dabei macht er im Laufe des Buches auch eine Entwicklung durch und lernt die Hilfe anderer anzunehmen.

Die Priesterin ist das genaue Gegenteil zum Goblin Slayer: Eine blutige Anfängerin. Als der Goblin Slayer sie auf ihrer ersten Mission gerettet hat schließt sie sich ihm an und beginnt von ihm zu lernen. So reift sie im Verlauf des Buches merklich und wächst zum Ende hin auch ein bisschen über sich hinaus.

Ich bin auf jeden Fall richtig gespannt wie es mit den ganzen Charakteren in den nächsten Bänden so weitergeht und wie sich diese entwickeln. Der erste Eindruck, den ich mit dem 1. Band dieser Serie gewinnen konnte stimmt mich positiv.

Aber auch auf der Seite der Gegner hat der Autor ebenfalls Mühe einfließen lassen. Denn er hat gute Arbeit geleistet, dass man als Leser die Goblins irgendwie verabscheuen muss. Und das ist in diesem Fall etwas gutes. Der Autor macht es uns einfach die Antagonisten in diesem Buch nicht zu mögen, da sie rauben, stehlen und sich an allem vergehen was sie in ihre kleinen Finger bekommen können.

Am besten haben mir auf dieser Seite aber die großen Hob-Goblins, Champions und Goblin-Lords gefallen, da diese anders als ihre Artgenossen über eine herausragende (für Goblin-Verhältnisse) Intelligenz verfügen. Sie organisieren die Goblins und machen Sie zu einer wirklichen Gefahr für die Abenteurer und das führt zu ein paar interessanten Ereignissen im Buch.

Wir dürfen gespannt sein was sich unserem Goblin Slayer als nächstes in den Weg stellt und welche Pläne er als nächstes aus der Tasche zieht um die Goblins zu vernichten.

Lokalisation und Übersetzung

Altraverse hat mit seiner Übersetzung ins Deutsche an und für sich einen ordentlichen Job geleistet, sodass man eigentlich nicht viel darüber reden müsste. Insgesamt liest sich die Übersetzung ganz gut. Sie ist verständlich und einfach gehalten, allerdings hat sich Altraverse ein paar Pannen bei der Übersetzung geleistet.

An der ein oder anderen Stelle im Buch findet man mal einen Rechtschreibfehler oder einen fehlenden Buchstaben. Die Fehler hätten man wohl mit besserem Quality Checking vermieden werden können. Ist immer ärgerlich wenn so etwas passiert, es hinterlässt keinen guten Eindruck beim Leser.

An einer anderen Stelle findet sich eine Inkonsistenz im Buch bezüglich der Ränge die ein Abenteurer haben kann. Zu Beginn von Kapitel 4 werden uns drei Abenteurerinnen des Stahl-Rangs vorgestellt. Im nächsten Zwischenkapitel gibt es dann eine Erklärung der Gildenangestellten zu den 10 Abenteurer-Rängen. Dabei ist dem Übersetzer leider ein kleiner Fehler unterlaufen. Dabei wird in der Erklärung der 8. Rang fälschlicherweise als Eisen-Rang betitelt statt wie es korrekt wäre als Stahl-Rang.

Ich habe die Fehler, die mir aufgefallen sind, per E-Mail an Altraverse weitergegeben. Mir wurde versichert, dass die angesprochenen Fehler für den Nachdruck bedacht und korrigiert werden.

Die angesprochenen Unstimmigkeiten sollten also nur in der Erstauflage des 1. Bandes zu finden sein.

Fazit

Insgesamt kann ich festhalten, dass es sich bei Goblin Slayer Band 1 um eine gute klassische Fantasy-Geschichte handelt, die es aber durch die düstere Welt und die explizite Gewaltdarstellung am Anfang des Buches etwas schwer haben kann, weil sie sehr abschreckend wirkt.

Von mir bekommt das Buch eine klare Empfehlung für alle Fans klassischer Fantasy und Pen&Paper-Rollenspielen. Vor allem als Kontrast zu den ganzen Isekai-Light-Novels, die im Moment den Markt überschwemmen ist Goblin Slayer eine willkommene Abwechslung, da es eine eigene Welt bietet und man direkt mit Veteranen-Abenteurern starten kann. Die Action ist detailreich (manchmal vielleicht zu sehr) beschrieben und das Buch liest durch den stetigen Wechsel zwischen entspannteren Passagen und knallharter Action sehr angenehm und leicht.

Wenn Altraverse auch noch das Quality Checking in den Griff bekommt kann ich die Serie jedem der ein bisschen Abwechslung vom Isekai sucht und eine dunkle Story bevorzugt, dieses Buch sehr ans Herz legen.

Den ersten Band von Goblin Slayer gibt es entweder im Shop von Altraverse, bei Amazon oder auch sicher beim Buchhändler eures Vertrauens, für einen Preis von 12€ zu kaufen.

Die Deutsche Übersetzung zu Goblin ist nur als Print-Edition erhältlich, ein E-Book zur Serie gibt es nicht.

Was ist eure Meinung zum ersten Band von Goblin Slayer? Schreibt mir in die Kommentare was ihr von diesem Band haltet!


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