Review: Konosuba! – Band 01

Dave wirft für euch einen Blick auf die deutsche Veröffentlichung der Light Novel Konosuba.

ALTERNATIVE BESCHREIBUNG DES BILDES
Cover des 1. Bandes zur deutschen Veröffentlichung von Konosuba!
Japanischer Titel: この素晴らしい世界に祝福を!
Deutscher Titel: Konosuba!
Autor: Natsume Akatsuki
Illustrationen: Kurone Mishima
Übersetzung: Katrin Aust

Offizielle Beschreibung

Kazuma glaubt, endlich mal eine große Heldentat vollbringen zu können – aber das Mädchen, dem er zu Hilfe eilt, schwebte nie wirklich in Gefahr und letztendlich stirbt er vor Schreck! Im Jenseits wartet eine zweite Chance auf ihn: Göttin Aqua bietet ihm an, sich in einer anderen Welt als Held zu beweisen. Dazu darf er sich ein legendäres Objekt aussuchen. Kurzerhand wählt Kazuma die freche Göttin! Das ungleiche Paar findet sich in einer an ein Game erinnernden Welt wieder. Doch statt dem erhofften Ruhm erwartet sie bloß harte Arbeit. Bis sie versehentlich die Burg des Dämonenkönigs beschädigen …

– Offizielle deutsche Beschreibung von Tokyopop

Was wie üblich gesagt werden muss

Mit Konosuba (sowie Shield Hero und Overlord) versucht sich Tokyopop nun also bereits zum dritten Mal an Light Novels. Wie das Ergebnis genau aussieht, darüber wird später noch geredet, denn wie üblich müssen zunächst einige Worte zu meiner persönlichen Erfahrung mit dieser Reihe, gespickt von ein paar Kuriositäten zu Autor und Illustrator, gesagt werden.

Zunächst zum Autor Natsume Akatsuki, dieser ist tatsächlich vornehmlich für Konosuba, sowie sämtlichen Spin-Offs dazu bekannt. Seine einzige andere Reihe, die bekannt ist, ist Kombattanten werden entsandt! (Obwohl der englische Titel Combatants will be Dispatched! definitiv mehr Suchergebnisse bei Google ergibt.) Dieser erhielt erst dieses Jahr ebenfalls einen Anime.

Illustratorin Kurone Mishima kann dahingegen ein etwas größeres Portfolio aufweisen, denn neben sämtlichen Konosuba Spin-Offs illustrierte sie zudem die Light Novel Akashic Records of Bastard Magic Instructor.

Konosuba dürfte spätestens seit seiner Anime Adaption 2016 den meisten ein Begriff sein. Damals, als der Isekai-Trend gerade richtig ins Rollen kam, stach Konosuba bereits hervor, indem es das Isekai-Trope, sowie sämtliche Gaming-Tropes, die mit Isekai in Verbindung standen gehörig durch den Kakao zog. Klar folgten die Light Novels im darauffolgenden Jahr dann auf Englisch. Und auch wenn ich damals ziemlich hyped auf den Titel war, landete er aus unerfindlichen Gründen nicht direkt bei mir. Gott sei Dank, denn auch wenn in den USA bereits Band 15 (von 17) erscheint, spendierte Tokyopop uns im Jahre der (nutzlosen) Herrin 2021 nun eine deutsche Übersetzung des Isekai-Comedy Krachers.

Gestaltung

Tokyopop’s Light Novels wachsen, und damit meine ich nicht nur das Programm, sondern auch die tatsächlichen Bücher. Denn während die ersten Tokyopop Light Novels Mitte der 2000er noch im japanischen Bunkobon Format (DIN A6) erscheinen, kam die nächste Welle Mitte der 2010er im herkömmlichen Taschenbuch Format. Für 2021 ging Tokyopop noch einmal einen Schritt weiter, denn nicht nur erscheinen alle Light Novels nun im Großformat, sondern auch in einem einheitlichen Design, welches sie weiter von den Mangas abhebt.

Von nun an veröffentlicht Tokyopop nämlich alle Light Novels unter einem eigenen Light Novel Label. Dieses zeichnet sich durch das Light Novel Logo in der oberen linken Ecke aus, sowie durch die drei Balken, die Titel, Untertitel, sowie Autor*in und Illustrator*in präsentieren. Das Ergebnis fällt meiner Meinung nach eher gemischt aus. Vielleicht liegt das auch an den gewählten Farben, aber einzig bei Overlord sieht dieses Design meiner Meinung nach gut aus. Zudem entschied man sich den eigentlich weißen Hintergrund bei Konosuba durch einen blauen zu ersetzen, der an die Farben von Aquas Haaren erinnert, was im Vergleich zu den englischen bzw. japanischen Counterparts eher bedrückend aussieht.

Ein Blick auf die verschiedenen Cover von Konosuba Band 1 in den Sprachen Japanisch (links), Englisch (Mitte) und Deutsch (rechts).
Ein Blick auf die verschiedenen Cover von Konosuba Band 1 in den Sprachen Japanisch (links), Englisch (Mitte) und Deutsch (rechts).

Zudem ändert sich nun etwas an der Preispolitik der Light Novels seitens Tokyopop. Konosuba etwa bekommt man für 10,99€ als Taschenbuch im Großformat geboten. Das Buch hat dabei knapp unter 200 Seiten, ist also deutlich dünner als etwa SAO und Accel World, wobei das auch daran liegt, dass Konosuba generell auf der kürzeren Seite liegt.

Ein großes Manko lässt sich Tokyopop jedoch bei den Übersetzungen der neuen Titel leisten. Diese scheinen nämlich, nach bisher noch unbestätigten Verdachten, aus dem englischen übersetzt worden zu sein. Ganz eindeutig ist das zwar nicht, allerdings wird bei allen drei Novels nicht „Übersetzt aus dem japanischen“, wie bei den Mangas, sondern lediglich „Übersetzung“ angegeben. Einen Einblick in diese ganze Sache erhalten wir aus einem Interview der Kollegen von Manga-Passion mit Tokyopop, wobei die Antwort hier wenig eindeutig ausfällt. Macht euch selbst ein Bild. Gegen Ende des Interviews lesen wir dort das Folgende:

MP: Uns ist aufgefallen, dass bei euren neueren Light-Novel-Releases das „übersetzt aus dem Japanischen“ fehlt und wir uns daher die Frage stellen, ob ihr diese aus dem Englischen übersetzt. Kannst du uns dazu vielleicht etwas Genaueres sagen und falls ja, auch warum ihr euch dafür entschieden habt?

Susanne: Ja, wir übersetzten einzelne Reihen auch aus dem Englischen.

Dies hat mehrere Gründe, vor allem aber den, dass wir den Fans eine Übersetzung in bester Qualität zur Verfügung stellen wollen. Eine literarische Übersetzung zeichnet sich nicht dadurch aus, dass sie Wort für Wort die Originalsprache abbildet, sondern durch das Können der Übersetzer:innen, die Natur und Atmosphäre des Originalwerkes aufzunehmen und zu übertragen. Ist dies bspw. im Englischen schon einmal gelungen, ist das ggf. die bessere Wahl als eine Übersetzung aus dem Japanischen durch Übersetzer:innen, die sich mit dem Inhalt oder der Übersetzung eines Fließtextes nicht wohl fühlen oder der Backgrund bisher fehlt. Und dies ist von Werk zu Werk ja auch sehr unterschiedlich. Für Overlord muss man eine Fantasy-Klaviatur haben, bei Konosuba ist es wichtig, dass der Humor richtig transportiert wird, bei The Rising of the Shield Hero darf auch der Gaming-Hintergrund nicht fehlen.

Quelle: Interview von Manga-Passion mit Tokyopop

Das ganze Interview könnt ihr euch hier durchlesen: Interview von Manga-Passion mit Tokyopop. Natürlich bleiben wir im Dungeon für euch an der ganzen Sache dran und berichten, sobald es konkreteres dazu gibt.

Meine Meinung

Als Fan des Konosuba Anime war meine Vorfreude auf diese Reihe groß. Meine tatsächliche Freude beim Lesen hielt sich allerdings in Grenzen. Ich kann nicht sagen, woran es liegt. Vielleicht der Schreibstil, vielleicht die Übersetzung, vielleicht die Tatsache, dass ich den Plot dieses ersten Bandes durch den Anime bereits in- und auswendig kannte und die meisten Witze dieser Novel deshalb kaum eine Reaktion in mir hervorrufen konnten.

Zudem erschien mir Kazuma um einiges nerviger im Vergleich zum Anime. Das lag größtenteils daran, dass aufgrund der ersten Person als Erzählperspektive man nun einmal jeden perversen Gedanken dieses pübertierenden 16-jährigen mitbekam, aber auch an den regelmäßigen Vorstellungen Kazumas, wie er Aqua nur am besten das Leben zur Hölle machen will.

Für diejenigen, die es irgendwie geschafft haben den Anime nicht zu schauen, hier eine kurze Zusammenfassung dessen, was euch erwartet. Kazuma’s einzige nennenswerte Fähigkeit ist es, Mädchen die Höschen zu stehlen und Aqua ist eine allmächtige Göttin, die nur Party-Tricks beherrscht. Megumin ist eine Erzmagierin, die nur einen Explosionszauber beherrscht, den sie allerdings auch nur einmal am Tag verwenden kann, weil sie danach unmittelbar in Ohnmacht fällt. Und Darkness ist eine Ritterin mit geradezu unendlicher Verteidigung, einer Trefferquote nahe null Außerdem ist sie eine so notgeile Masochistin, dass sie jeden Satz zu ihren Gunsten fehlinterpretiert. Wenn euch diese kurze Beschreibung unseres „nutzlosen Quartetts“ nicht zusagt, dann wird es der Rest der Novel wahrscheinlich auch nicht. Erstaunlicherweise hat diese Novel keine Romanze, allerdings ist sie immer noch sehr offensichtlich von einem Mann für Männer geschrieben worden.

Fazit

Das Buch ist unfassbar kreativ darin sämtliche Charaktere, ob gut oder böse, zu quälen, aber viele Witze und Punchlines (gerade wenn ich an Megumin und Darkness denke) funktionieren einfach so viel besser als Anime. Vielleicht muss ich wirklich ein paar Bände warten, bis ich nicht mehr so bewandert mit den Inhalten des Anime bin und diese Reihe bei mir klick macht, doch der erste Band war für mich nur geradeso lesbar. Auch für Neueinsteiger ist der Anime meines Erachtens weitaus witziger, und eines der wenigen Beispiele von einer Light Novel, die schlechter als ihr Anime ist.


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