Review: Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft

Nachdem You Shine in the Moonlight eher eine Enttäuschung für mich war, waren meine Hoffnungen für diese Novel eher gemischter Natur. Hat Ich habe mein Leben für 10000 Yen pro Jahr verkauft mich vielleicht doch überzeugen können?

Cover des Einzelbandes von Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft
Cover des Einzelbandes von Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft

Einsam, pleite, orientierungslos – Kusunoki hat genug vom Leben. Als er von einer Firma hört, die die Lebenszeit ihrer Kunden aufkauft, nutzt er die Chance und verkauft sein restliches Leben – bis auf drei Monate. Für seine letzten Wochen wird ihm Miyagi als Beobachterin an die Seite gestellt, die ihn – unsichtbar für andere – begleitet. Doch auch sie schuldet dem dubiosen Unternehmen Zeit… Eine wundervolle Geschichte über den Verlust und das Wiederfinden der Hoffnung.

– offizielle Beschreibung von Egmont

 

Meine Meinung:

Ich weiß gar nicht wo ich bei diesem Buch anfangen soll … Nach dem eher trägen You Shine in the Moonlight war Ich habe Mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft eine positive Überraschung. Und diese Positivität zieht sich durch das ganze Buch durch, obwohl von Anfang an klar ist, dass der Protagonist nach drei Monaten sterben würde.

Zugegeben, ich mochte den Anfang des Buches nicht, denn dieser war sehr trocken, was vermutlich daran lag, dass der Protagonist so ein kleines Häufchen Elend war, dass er mir nicht zwingend sympathisch war oder seine Erzählung sonderlich aufregend gestaltet hat. Doch nach dem titelgebenden Verkauf bessert es sich nach und nach, da Hauptfigur Kusunoki durch die Verkürzung seines Lebens lernt dieses zu schätzen. Kusunokis größtes Problem ist es, dass er sich zu sehr an seine Vergangenheit klammert. Dabei geht es konkret um ein Versprechen, dass sich er und seine damalige Kindheitsfreundin gegeben haben. Der Verkauf seines Lebens machte ihm aber klar, dass er mit seiner Vergangenheit abschließen muss, um sich auf das zu konzentrieren, was vor ihm liegt. Im Verlauf des Buches merkt man wie Kusunoki immer glücklicher wird.  Seine Unterhaltungen mit Miyagi und auch ein paar anderen Charakteren sind etwa gespickt mit nicht mehr ganz so selbstironischen Witzen und man merkt, wie er wieder Freude am Leben hat. Letzten Endes schafft er es nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das der Leute um sich herum zu verbessern.

Miyagis Rolle in diesem Buch ist zunächst so etwas wie ein Guide für Kusunoki zu sein, dass er seine letzten drei Monate genießen kann. Dabei dient sie auch dem Zweck Kusunoki und dem Leser tröpfchenweise Informationen über die mysteriöse Firma mitzuteilen. Miyagi selbst ist zunächst ähnlich mysteriös wie besagte Firma und ich habe zunächst angezweifelt, ob sie überhaupt ein Mensch ist. Nach und nach bahnt sich natürlich eine Romanze zwischen den beiden an, die besser kaum hätte sein können und zu einem emotionalen und zufriedenstellenden Finale führt.

Das seltsame an diesem Buch ist, dass obwohl der nahende Tod Kusunokis über uns hängt wie das viel zitierte Damoklesschwert, ich letztendlich das Gefühl eines Happy Ends nach dem Fertiglesen verspürt habe. Dazu trug all das bei, über das ich die letzten Absätze geredet habe: Kusunokis Entwicklung, sowie seine Romanze mit Miyagi.

Sugaru Miaki hat definitiv den Eindruck eines talentierten Autors auf mich gemacht, denn mir sind ein paar Szenen im Kopf geblieben, wie etwa das metaphorische Zigarettenanzünden zwischen Miyagi und Kusunoki, oder selbst etwas banales wie die Automatentour zum Ende des Buches.

Gestaltung:

Erschienen ist der Roman bei Egmont, und umfasst in der Taschenbuchausgabe etwa 300 Seiten für 15€ im Großformat. Dieses Buch erhielt, wie schon You Shine in the Moonlight zuvor, ebenfalls keine Klappenbroschuren. Bis auf das Cover und eine farbige Illustration am Anfang des Buches, die sehr ähnlich zum Cover ausfällt, gibt es im Inneren des Buches keine weiteren Illustrationen. Das eBook kostet dabei 13,99€. Generell finde ich die Veröffentlichungen von Egmont persönlich ziemlich überteuert.

Fazit:

Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft überraschte mich definitiv mit seiner durchweg positiven Auseinandersetzung mit dem Todesthema und der Entwicklung des Protagonisten, auch wenn es dafür einen schwachen Start hatte. Ich habe das Gefühl, dieses Buch wird mir noch eine Weile im Gedächtnis bleiben und definitiv einige Nostalgiegefühle in mir hervorrufen. Dementsprechend freue ich mich, dass Egmont mit Parasite in Love bereits einen weiteren Roman des Autors lizenziert hat.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.